Codes & Basics

Der Barcode auf der Bordkarte (BCBP) erklärt

Der kryptische Barcode auf deiner Bordkarte ist ein weltweit standardisierter Datensatz namens BCBP – und er verrät mehr, als du denkst.

Dieses eckige Muster aus schwarzen Balken oder das quadratische Wirrwarr auf deinem Handy-Ticket ist kein Zufall. Es folgt einem festen IATA-Standard, den jeder Scanner an jedem Flughafen der Welt lesen kann – ganz ohne Internet.

Das Format heißt BCBP: Bar Coded Boarding Pass. Geregelt in der IATA Resolution 792. Wer weiß, was drinsteht, versteht plötzlich, warum man eine Bordkarte nicht einfach im Sitztaschennetz liegen lässt.

PDF417 oder Aztec – warum zwei Formate?

Bordkarten nutzen zwei Barcode-Typen, je nachdem, wo sie herkommen.

  • PDF417: Der breite, rechteckige Balkencode. Klassisch für gedruckte Bordkarten am Automaten oder Schalter. Speichert viel Text auf wenig Fläche.
  • Aztec: Der quadratische Code mit dem markanten Muster in der Mitte. Beliebt für mobile Bordkarten, weil er sich auch auf einem kleinen, leicht spiegelnden Handydisplay noch zuverlässig scannen lässt.

Beide transportieren denselben BCBP-Datensatz. Das Format ist nur die Verpackung. Ein QR-Code ist es übrigens meist nicht – auch wenn viele Leute reflexartig QR sagen.

Was wirklich im Code steht

Der BCBP-String ist reiner Text nach einem festen Schema. Kein verschlüsseltes Geheimnis, sondern Klartext-Felder hintereinander. Drin stehen unter anderem:

FeldBeispielBedeutung
NameMUSTERMANN/MAXNachname, Vorname
Buchungscode (PNR)X4F9K2Deine Buchungsreferenz
Von / NachFRA JFKAbflug- und Zielflughafen (IATA)
AirlineLHFluggesellschaft
Flugnummer0400Der konkrete Flug
Datum188Julianischer Tag – der 188. Tag des Jahres
Sitzplatz014CReihe und Platz

Das Datum als julianischer Tag ist der Klassiker, über den jeder stolpert: nicht 07.07., sondern schlicht die laufende Nummer des Tages im Jahr. Tag 188 ist der 7. Juli. Kein Jahr, keine Uhrzeit – das spart Platz.

Keine Kreditkarte, aber Vorsicht trotzdem

Zuerst die Entwarnung: Im BCBP steckt keine Kreditkartennummer, kein Passwort, keine Passnummer, kein Kontostand. Wer den Code scannt, sieht Reisedaten, keine Zahlungsdaten.

Trotzdem: einfach wegwerfen solltest du die Bordkarte nicht. Der Grund ist der Buchungscode, die PNR. Mit deinem Nachnamen und dieser sechsstelligen Referenz kommt man auf vielen Airline-Webseiten in deine Buchung – und sieht Weiterflüge, kann unter Umständen Sitzplätze ändern oder den Rückflug stornieren.

Die Bordkarte gehört nach dem Flug in den Reißwolf oder wird gelöscht, nicht ins Sitztaschennetz oder in den Papierkorb am Gate.

Poste aus demselben Grund kein Foto deiner Bordkarte in sozialen Netzwerken. Der Barcode ist auf dem Bild lesbar, auch wenn du den Klartext daneben unkenntlich machst.

Häufige Fragen

Steht meine Kreditkartennummer im Bordkarten-Barcode?

Nein. Der BCBP enthält nur Reisedaten wie Name, Flug, Sitzplatz und Buchungscode. Zahlungsdaten sind nicht Teil des Standards.

Warum sollte ich meine Bordkarte nicht wegwerfen?

Wegen des Buchungscodes. Mit ihm und deinem Namen kann man in deine Buchung sehen und sie teils verändern. Vernichte die Karte oder lösche das digitale Ticket nach dem Flug.

Ist der Barcode ein QR-Code?

Meist nicht. Gedruckte Bordkarten nutzen PDF417 (rechteckige Balken), mobile oft Aztec (quadratisch). Beide sehen einem QR-Code ähnlich, sind aber andere Formate.

Was ist der julianische Tag auf der Bordkarte?

Die laufende Nummer des Tages im Jahr statt eines normalen Datums. Tag 001 ist der 1. Januar, Tag 188 der 7. Juli. Das Jahr steht nicht dabei.